Der selbst bestellende Kühlschrank

Es war einmal

Seit Jahren oder bald Jahrzehnten spricht man vom selbst bestellenden Kühlschrank. Was bereits 1998 (oder früher) angekündigt wurde gibt es nun…als Einzelgeräte und Spielerei (Hier ein ausführlicher Bericht).
Alle Technologien, welche eine einfache Umsetzung ermöglichen sind zu günstigsten Konditionen verfügbar. Dass sich diese Idee nicht durchgesetzt hat dürfte wohl nicht (mehr) der fehlenden Technologie zuzuschreiben sein. Den Teil der Sortimentswahl und was denn überhaupt bestellt werden soll werden wir ev. später im Rahmen eines eCommerce Berichts eingehen. Ich möchte mal den Aspekt der Logistik aufzeigen.

Der Milchkasten

Mit Logistik ist gemeint: Wie kommt die vom Kühlschrank bestellte Ware ins Haus. Ein klassisches Problem der „letzten Meile“ oder hier sogar der letzten Meter.
Das Problem wurde vor sehr vielen Jahren mit der Erfindung des Milch-Chäschli angegangen. Offenbar eine Schweizer Erfindung. Immerhin schön schweizerisch genormt, jedoch nur beschränkt für gekühlte Lebensmitte geeignet. Die Ideen einer Weiterentwicklung zu grösserengekühlten oder gar Tiefkühl Ablagefächer (habe ich in einem Projekt bei Frisco Findus selbst analysiert) bestehen.

Mobilität

Weitere Bewegungen können nun auf die Durchsetzung von Ideen Einfluss haben. Auf unser genanntes Problem kann die zunehmende Mobilität Einfluss haben. So entstehen Pick-Up Stationen und Paketautomaten.  Oder auf der andern Seite werden die Lieferfirmen Mobiler oder besser Agiler. Und damit sind wir wieder bei der digitalen Transformation:

Lieferzeiten

Die Herausforderung für die Zukunft könnten optimierte Lieferzeiten sein: Wenn wir zuhause sind.
Mit mobilen Lösungen, bei welchen wir einfach die gewünschte Ankunftszeit vorgeben können oder sogar „Big Data“ Ansätze, nach welchen bekannt ist, wann wir zuhause sind. Wobei letzteres sehr stark durch das Thema Datenschutz beeinlusst wird.
Bedingung ist sicherlich die Kritische Masse: Falls die Anfahrtspunkte nicht mit einer Tourenplanung mit vernünftigen Distanzen abgedeckt werden können, sind die Lieferkosten sicherlich zu hoch.
In der Praxis funktioniert die Lieferung von gekühlten Lebensmittel bei Anbietern wie Coop@Home und LeShop ja bereits heute. Die Logistik kann also nicht der Grund sein, weshalb sich der selbst bestellenden Kühlschrank nicht durchgesetzt hat.

Mehrwert

Ein Ansatz, die Digitalisierung des Kühlscharnkes voranzutreiben ware die Erweiterung des Funktionsumfangs. Wenn der Kühlschrank sowieso ans Internet angeschlossen wird, soll er gleichzeitig als Terminal dienen. Nebst der Bestellung selbst, sollen zum Beispiel Rezepte oder Nachrichten angezeigt werden. Diese Zusatzfunktionen sind mit dem Aufkommen der Tabletts jedoch überflüssig geworden

Selbstbestimmung

Der Grund, weshalb der selbstbestellende Kühlschrank nicht durchgesetzt hat, wird jedoch die gewünschte Selbstbestimmung der Anwender sein. So wie bei einem SmartHome immer noch der Lichtschalter an gewohnter Stelle sein muss, auch wenn die Technik diesen überfüssig machen würde, möchten wir auch im Kühlschrank bestimmen können, wann was hineingehört.

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